[Rezension] Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek - Davide Whitehouse


 Bobby Nusku fristet seine Tage damit, Haare, Kleidungsstücke und weitere Spuren seiner verschwundenen Mutter zu sammeln und zu archivieren. Im Haus seines grobschlächtigen Vaters fühlt er sich nicht geliebt, erst die Freundschaft zum Nachbarsmädchen Rosa und ihrer Mutter Val, die Putzfrau in einem Bücherbus ist, gibt ihm Hoffnung, sich gegen sein Schicksal aufzulehnen. Als alles drunter und drüber geht, machen sich Val, Rosa und Bobby gemeinsam auf eine verrückte Reise mit Vals Bücherbus quer durch England.
[ Quelle: Heyne Verlag ]
Der kleine Bobby hat es Zuhause nicht leicht. Seine Mutter ist fort, sein Vater ist streng und dessen Freundin hat ihn nicht gerade ins Herz geschlossen. Kein Wunder das er bald viel mehr Zeit mit seiner neuen Freundin Rosa und deren Mutter Val verbringt, als Zuhause zu sein. Doch das ist dem Vater gar nicht recht und er verbietet seinem Sohn sie zu besuchen. Kurzerhand beschließt Val den Bücherbus, den sie wöchentlich putzt, zu stehlen und mit Bobby und Rosa eine Reise quer durch England zu machen.

Der Klappentext klang so verrückt, dass das Buch sofort meine Aufmerksamkeit erregt hat. Tatsächlich hat es David Whitehouse sogar geschafft, dass die Geschichte selbst noch viel verrückter wird als im Klappentext schon angepriesen. Es ist eine chaotische Reise, voller Freude, Lachen und Bücher. Mich konnte das Buch deshalb in seiner Herzlichkeit, die mich durchwegs zum Lächeln brachte, absolut überzeugen und total begeistern. Allein die Idee, drei so unterschiedliche Freunde, auf eine Reise zu schicken und dabei herauszufinden wie das richtige Leben tatsächlich aussieht, fand ich absolut himmlisch.

Dabei bleibt es auch durchwegs spannend, da die Reise natürlich einige Komplikationen mit sich bringt. Auch ohne die Tatsache das Val den Bücherbus gestohlen hat und deshalb nach ihr und den beiden Kindern gefahndet wird. Dauernd entwickelt sich der Roman in eine andere Richtung und er schlägt immere wieder neue Wege ein. Das fand ich sehr unterhaltsam, da es nie langweilig wurde und man durch die unterschiedlichen Situationen auch die Charaktere immer besser kennenlernen durfte. Ich könnte gar nicht sagen, welche der drei Personen ich am liebsten mag. Auch kann ich kaum beschreiben, wie schön ich all die Botschaften fand, die der Autor in seine Geschichte eingebaut hat. Davon konnte ich einiges mit in mein Leben nehmen.


David Whitehouse Schreibstil ist einfach fantastisch. Er zeigt, dass man keine komplizierten Wörter braucht um eine wundervolle Geschichte entstehen zu lassen. Man merkt nämlich in jeder Zeile, das er mit Freude und Herz schreibt. So kam es auch ganz oft vor, dass ich das Gefühl hatte gemeinsam mit Val, Bobby und Rosa im Bücherbus zu reisen. Ich war keine Leserin die von außen einen Blick hineinwarf - ich war mittendrin und erlebte alles hautnah mit. All die kunterbunten Gefühle die Bobby auf der Reise durchlebt. Wirklich wunderschön!

Eine verrückte, liebevolle Geschichte die man mehr als einmal lesen möchte. In mir hat sie nicht nur das Reisefieber geweckt, sondern mir auch vor Augen geführt wie wichtig wahre Freunde und tolle Bücher sind, und das diese beiden Dinge jeden ein Leben lang begleiten werden. Ein sehr empfehlenswertes Buch! 
 5/5 Sterne

Mein herzlicher Dank für das Rezensionsexemplar geht an den Heyne Verlag!

[Rezension] Wir wollten nichts. Wir wollten alles - Sanne Munk Jensen & Glenn Ringived


 Lässt nicht los: Liebe, die absoluter nicht sein kann. Zwei Leichen werden aus dem Limfjord gezogen: Liam und Louise. Ihre Hände sind mit Handschellen aneinandergekettet. Alle Indizien weisen auf Selbstmord hin. Louises Eltern zerbrechen fast am Tod ihrer Tochter, doch ihr Vater klammert sich daran, die Wahrheit herauszufinden. Als er Louises Tagebuch findet, eröffnet sich ihm das Leben, das seine Tochter und Liam in den vergangenen Monaten geführt haben.
[Quelle: Oetinger Verlag]
Als Liam und Louise zusammen kommen, sehen sie den Tod noch nicht als einziges Möglichkeit. Liam verkauft keine Drogen, Johannes ist niemals eine Gefahr und in der Ehe von Louises Eltern wäre alles in Ordnung. Wäre Louise nicht mit dem Bus gefahren hätte sie Liam niemals getroffen und diese ganze Geschichte hätte niemals angefangen ...

Ich wusste nicht dass es ein Drogenbuch ist, als ich angefangen habe zu lesen. Ansonsten hätte ich es wahrscheinlich nicht in meine Nähe gelesen, da ich schlechte Erfahrungen mit Drogenbüchern gemacht habe. Das wäre sehr schade gewesen, den in diesem Buch geht es nicht um den Drogenkonsum sondern um deren Verkauf und welche weitgehenden Folgen dieser "Job" hat. Ein weiteres Thema: Selbstmord. Das Buch beginnt damit, das man die beiden aneinandergeketteten Jugendlichen Liam und Louise aus dem See zieht. Die beiden haben sich das Leben genommen und nun bekommt man Vergangenheitsschnipsel aus Louises und Liams Vergangenheit sowie das Leben ihrer Eltern. Der Erzähler ist die tote Louise. Eine sehr interessante Erzählperspektive.

Louise mochte ich sofort. Sie ist zwar ein typischer, rebellischer, frecher wenn auch in der Schule zurückhaltender Teenager. Während dessen Liam der gutaussende und etwas rätselhafte Typ ist. Sie verlieben sich sofort ineinader und zu meinem Leidwesen war die Liebe kein bisschen romantisch, berührend oder besonders aufregend. Das war wohl die einzige Enttäuschung in diesem Buch.

Den Schreibstil fand ich absolut genial! Durch das lebensnahe erzählen, fühlt man sich dem Autor noch mehr ausgeliefert und es gab viele Szenen in diesem Buch, die mich erschrocken haben. Furchtbar grausam! Schonungslos erzählt Louise ihre Geschichte und es hat mir im Herzen weh getan zu wissen dass es Menschen gibt den es genau jetzt in diesem Moment vielleicht so geht. Die in diesem Drogenkreis gefangen sind.
 
 Schonungslos erzählt die tote Louise ihre Geschichte, über ihre Liebe zu Liam, den Drogen und den Selbstmord. Ein aufwühlendes Buch das bis auf eine etwas schwache Liebesgeschichte wirklich viel zu bieten hat!
Empfohlen für Leser ab 16!
4/5 Sterne

Herzlichen Dank an den Oetinger Verlag für das Leserunden-Exemplar!

[Rezension] Red Rising Tag der Entscheidung - Pierce Brown


 Um eine unmenschliche und grausame Gesellschaft zu stürzen, ist der Minenarbeiter Darrow selbst zum Goldenen, zum Mitglied der verhassten Oberschicht, geworden. Doch jetzt wurde sein Geheimnis entdeckt und er schwebt in tödlicher Gefahr. Wenn er sein Ziel erreichen will, muss er alles riskieren. 
[ Quelle: Heyne Verlag ] 
Das Buch beginnt damit, dass Darrow, ehemaliger Minenarbeiter und erfolgreicher Rebell gegen die Goldenen - welche die unteren Schichten unterdrücken - sich in der Gefangenschaft des Schakals befindet. Es dauert ein ganzes Jahr bis er sich schließlich aus seiner Zelle befreien kann, doch während er hinter Gittern saß hat sich die Welt draußen verändert und Darrow allein muss entscheiden wie seine Reise und sein Kampf gegen die mächtige Obersicht, die Goldenen, weitergeht.

Ich halte meine Inhaltsangabe diesmal sehr kurz, da der dritte Teil der Red Rising-Trilogie einfach viel zu umfassend wäre um näher auf das Geschehene einzugehen und außerdem möchte ich euch nicht zu viel verraten. Denn mit "Tag der Entscheidung" hat Pierce Brown ein Buch geschrieben, bei welchem es sich auf jeden Fall lohnt es zu lesen und all das selbst zu erleben. Es war nämlich genauso spannend wie seine beiden Vorgängerbände, welche mich bis zum Schluss in ihren Bann gezogen und jedesmal vollständig überzeugt haben.

Grund für meine Begeisterung über das Buch ist zum einen der fantastische Plot. Man kennt es aus zahlreichen Büchern, dass sich Unterdrückte erheben um gegen das System anzukämpfen. Doch "Klischee" und "schon dagewesen" sind Wörter die man mit der Trilogie nicht verbinden kann. Pierce Brown bedient sich vielleicht einem bekannten Modell, modelliert das im Laufe der Geschichte aber komplett um. Er bringt verschiedene spannende Elemente ein, wie etwa Götter, komplexe Kastensysteme und Rangordnungen. Dazu, was mir besonders gut gefallen hat, baut er die Kriegsführung gegen die Oberschicht sehr militärisch und strategisch auf. Daher fühlt man sich beim Lesen wie Teil eines großen Ganzen und nicht (wie in vielen Jugendbüchern) wie kleine Rebellen die gegen die Unterdrücker hetzen. Man merkt das man die Kraft hat etwas zu verändern, das diese Veränderung jedoch große Opfer mit sich bringen könnte. Alles in diesem Roman fühlt sich groß, schwerwiegend und wichtig an. Ein Gefühl, das Pierce Brown seinen Lesen vermittelt und sie dadurch noch mehr Teil der Geschichte sein lässt. 

Doch neben dem Plot überzeugt der amerikanische Autor mit seinem tollen Figuren. Auf der einen Seite Darrow, welcher im letzten Teil wieder über sich hinauswachsen muss und das Wohl aller über sein eigenes und das seiner Freunde stellen muss. Während er anfangs noch ein einfacher Minenarbeiter war, ist er jetzt ein heroischer Führer im Kampf gegen seine Feinde, für die Gerechtigkeit. Dazu treffen wir im letzten Band auch bekannte Charaktere wieder, wie etwa den Schakal oder Cassius. Auch mit seinem Schreibstil kann der Autor punkten. Er schafft es den Leser mitzureißen, zu überzeugen und zu bewegen. Man kann gar nicht anders als sich auf die Geschichte einzulassen, sich in ihr zu verfangen und dann nicht mehr von der Red Rising-Trilogie loszukommen.

Pierce Brown hätte das Finale nicht besser schreiben können! Spannend bis zum Schluss, verfolgt man so die Geschichte des Minenarbeiters Darrow der für Gerichtigkeit kämpft und die Flamme der Hoffnung in sich trägt. Absolut lesenswert und ein Buch, dass auf jeden Fall fünf Sterne verdient. 
5/5 Sterne

Mein herzlichster Dank für das Rezensionsexemplar geht an den Heyne Verlag! 

[Rezension] Verrat im Zombieland - Gena Showalter


 „Du musst helfen!“ Zombie-Jäger Ashton „Frosty“ traut seinen Augen nicht: Seine große Liebe Kat hat eine Botschaft aus dem Jenseits für ihn. Sie wirkt so lebendig, dabei ist sie doch bei der letzten monumentalen Schlacht gegen Anima Industries gestorben. Sofort geht er zu dem Ort, den Kat ihm beschreibt. Und sieht schockiert, wer seine Hilfe braucht: Milla Marks, die verantwortlich für Kats Tod ist! Am liebsten würde er die miese Verräterin den gierigsten Zombies zum Fraß vorwerfen. Aber als Anima Industries zurückkehren, um aus den Zombies endgültig das Geheimnis der Unsterblichkeit zu pressen, müssen er, Ali Bell und ihr Freund Cole umdenken. Bevor es für die Zombie-Jäger zu spät ist. Und für die Welt.
[ Quelle: HarperCollins Verlag ] 
[Achtung Spoiler, falls ihr den dritten Teil noch nicht gelesen habt!]
In dem vierten Teil der Zombieland-Reihe geht es nicht um die Zombiejäger Ali Bell, sondern ihren "Kollegen" und guten Freund Frosty. Seit er seine innig geliebte Freundin Kat verloren hat, ist er nicht mehr er selbst. Bis Kat ihm aus dem Jenseits erscheint und ihn ermutigt sein Leben wieder in die Hand zu nehmen und Gutes zu tun. Dabei stößt er auf Milla Marks, die mitverantwortlich für Kats Tod ist und ausgerechnet diese ist dazu auserwählt ihm das Leben zu retten.

Ich mochte Frosty, genauso wie den Rest der Zombiejäger-Gruppe, oder der Z-Jäger wie Ali sie nennt, immer schon sehr gerne. Er ist locker, humorvoll und stellt sich stets an die Seite seiner Freunde und würde ohne zu Zögern sein Leben für sie riskieren. Als Kat dann im dritten Band starb ist Frostys Welt zusammengebrochen und ich war zutiefst schockiert. Kat und Frosty gehören einfach zusammen wie Cornflakes und Milch. Das eine kann ohne das andere nicht sein. Deshalb fand ich es fantastisch, dass die Autorin ihr drittes Buch Frosty gewidmet hat um zu zeigen wie der Z-Jäger mit diesem tragischen Verlust umgeht.

Obwohl ich beim dritten Band wegen Kats Tod viele Tränen vergossen habe, konnte mich dieser nicht so ganz mitreißen wie die anderen Bände. Deshalb habe ich auch lange überlegt ob ich den vierten Teil tatsächlich lesen möchte oder nicht und ich bin so froh das ich es getan habe! Allein schon für Frostys Humor, der mich mehrmals laut auflachen ließ, hat es sich gelohnt. Und dabei habe ich noch nicht einmal Millas gute Konter mitgerechnet. Die Kapitel waren nämlich abwechselnd aus Millas und Frostys Perspektive geschrieben. Natürlich begegnet man auch noch den anderen Z-Jägern wie Ali Bell (frech und blond wie eh und je), Cole (seine Gegenwart bringt mein Herz immer noch zum Flattern) und die zahlreichen Freunde die ich ebenfalls ins Herz geschlossen habe.

Ein wenig Kritik muss ich nun aber doch üben und zwar betrifft das die Magie. Die Art wie Frosty und seine Freunde die Zombies erledigen geschieht nämlich über die Geisterebene. Das fand ich immer sehr spannend, da es mal eine andere Art von Kämpfen ist als man es in Zombie-Romanen gewohnt ist. Allerdings wurde mir das magische Blabla und die Extra-Fähigkeiten die die Zombiejäger hatten schon im dritten Band etwas zu viel und so fand ich es auch im vierten Band nicht so spanennd darüber zu lesen. Trotzdem fesselte mich die Handlung, da Gena Showalter einfach einen sehr flotten, amüsanten Schreibstil hat und ich mich immer wieder ertappte wie ich mit einem Lächeln auf den Lippen las. Außerdem sind ihre Charaktere so bunt gemischt und interessant, wie auch liebenswürdig, das man gar nicht anders kann als sie gern zu haben. Doch so wie das Buch für mich geendet hat, fürchte ich dass es der letzte Teil der Reihe sein könnte. Sicher bin ich mir zwar nicht, aber sollte es das Finale sein, hat sich die Autorin ein tolles Ende ausgedacht, dass meiner Meinung nach perfekt passt. 

Der vierte Teil gab der Reihe den Aufschwung den ich brauchte und hat mein Herz für die wilde Zombiejäger-Truppe wieder aufflammen lassen. Zwar gab es für mich einen Hauch zu viel Magie, aber ansonsten war es ein fantastisches Buch das ich mit Begeisterung gelesen habe.

5/5 Sterne

Mein Dank geht an sowie den HarperCollins-Verlag!

[Rezension] Die Nachtigall - Kristin Hannah


 Zwei Schwestern im von den Deutschen besetzten Frankreich: Während Vianne ums Überleben ihrer Familie kämpft, schließt sich die jüngere Isabelle der Résistance an und sucht die Freiheit auf dem Pfad der Nachtigall, einem geheimen Fluchtweg über die Pyrenäen. Doch wie weit darf man gehen, um zu überleben? Und wie kann man die schützen, die man liebt?
In diesem epischen, kraftvollen und zutiefst berührenden Roman erzählt Kristin Hannah die Geschichte zweier Frauen, die ihr Schicksal auf ganz eigene Weise meistern.
[ Quelle: Aufbau Verlag ] 
Die beiden Schwestern Vianne und Isabelle sind schon immer sehr unterschiedlich und betrachten die Welt aus einem ganz anderen Blickwinkel. Das zeigt sich auch als im Juni 1940 die deutschen Soldaten Frankreich besetzten. Während Vianne sich versucht unauffällig zu verhalten und ihre Familie zu beschützen, rebelliert Isabelle gegen die Nazis wo sie nur kann. Schließlich beschließt sie sogar für einen Piloten, der über Frankreich abgestürzt ist, ihr Leben zu riskieren und ihn über die Grenzen zu bringen.

Es fällt mir unglaublich schwer eine Rezension zu diesem Buch zu schreiben, da es mich wirklich sehr bewegt hat und ich jetzt, wo ich an das Buch denke, schon wieder Tränen in den Augen habe. Trotzdem werde ich versuchen meine Gedanken in Worte zu fassen und hoffe das es mir einigermaßen gelingt: Ich lese sehr gerne Romane über den zweiten Weltkrieg und habe mich deswegen auch dafür entschieden "Die Nachtigall" von Kristin Hannah zu lesen. Für mich haben diese Bücher immer etwas ganz Besonderes, da ich weiß das dies tatsächlich passiert ist und tausende von Menschen durch diese schlimme Zeit gehen mussten und dabei unendlich viele Opfer brachten. Diese Opfer mussten auch in diesem Roman gebracht werden und ihn zu lesen war alles andere als leicht. Mehrmals musste ich zum Taschentuch greifen oder schockiert innehalten und über das Gelesene nachdenken.

Mit ihren beiden Protagonisten Vianne und Isabelle zeigt die Autorin zwei ganz unterschiedliche Positionen im Krieg. Die Hausfrau die ihre Familie beschützen möchte und die Rebellin die den Deutschen Parolli bietet. Man kann nicht sagen, dass es eine von ihnen leichter hätte. Beide Frauen beweisen sehr viel Mut, stellen sich immer neuen Herausforderungen und gehen über ihre Grenzen. Sei es Isabelle die ihr Leben für wildfremde Menschen riskiert oder Vianne die hungert damit ihre Tochter genug zu essen hat. Vor allem sieht man auch wie sehr der Krieg die beiden Frauen verändert und auch das Weltbild des Lesers verschiebt. Es zeigt, dass jeder dazu in der Lage ist Zivilcourage zu beweisen und die Welt etwas besser zu machen. Diese Nachricht fand ich unglaublich inspirierend und berührend.

Geschrieben wurde die Geschichte sowohl aus der Sicht von Isabelle wie auch Vianne, so dass man ihre schmerzlichen Gedanken mitverfolgen kann und ihnen noch näher steht. Ich mochte beide von ihnen sehr gerne und in meinen Augen sind beide Helden. Sehr schön fand ich auch, dass die Autorin eine Liebesgeschichte einbunden hat. Diese ist allerdings nicht klischeeüberladen, wie man es vielleicht vermutet, sondern zart, zerbrechlich und wunderschön. Es ist keine flammende Liebe, da das in so turbulenten Zeiten, wo man sie eigentlich am meisten benötigt, keinen Platz hat. Viel eher ist es eine kleine Flamme, die beständig brennt und daran erinnert das es Hoffnung gibt.

Der Roman "Die Nachtigall" erzählt nicht nur die beeindruckende Geschichte der beiden Schwestern Vianne und Isabelle, sondern zeigt auch das Kriegshelden nicht immer eine Uniform und Abzeichen tragen. Für mich ist es somit ein wundervolles, und gleichzeitig tieftrauriges, Buch über Leiden, Freundschaft, Vertrauen und Zivilcourage, das ich jedem ans Herz legen kann. Ich bin mir sicher ihr werdet dieses Buch lieben! 
5/5 Sterne

Mein herzlichster Dank geht an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar!