[Rezension] Der Junge auf dem Berg - John Boyne


Seit über 10 Jahren ein Welterfolg: ›Der Junge im gestreiften Pyjama‹ Mit seinem neuen Roman kehrt John Boyne in das dunkelste Kapitel unserer Geschichte zurück. Als Pierrot seine Eltern verliert, nimmt ihn seine Tante zu sich in den deutschen Haushalt, in dem sie Dienst tut. Aber dies ist keine gewöhnliche Zeit: Der zweite Weltkrieg steht unmittelbar bevor. Und es ist kein gewöhnliches Haus: Es ist der Berghof – Adolf Hitlers Sommerresidenz. Schnell gerät der Junge unter den direkten Einfluss des charismatischen Führers. Um ihm seine Treue zu beweisen, ist er zu allem bereit – auch zum Verrat.
{ Quelle: Fischer Verlag } 

 Nachdem Pierrot's Mutter verstorben ist, kommt er zuerst ins Waisenhaus, danach zu seiner Tante  Beatrix nach Salzburg, diee dort als Hauswirtschafterin in dem Ferienhaus von Adolf Hitler arbeitet. Pierrot muss jetzt nicht nur Frankreich hinter sich lassen sondern auch seine Identität, da ihn seine Tante bittet von nun an auf den Namen "Peter" zu hören, damit er in Gegenwart der Nationalsozialisten als Deutscher gilt.

Ich möchte nicht zu viel verraten, deshalb habe ich den Inhalt möglichst knapp gehalten. Grundsätzlich geht es in dem Buch darum wie aus dem jungen Franzosen Pierrot zu einem nationalsozialistischen Peter wird. Der Autor zeigt damit sehr gut auf, wie stark der Einfluss der Nationalsozialisten und Patrioten sich auf die junge Generation ausgewirkt hat und wie stark sie deren Entwicklung und Verhalten prägte. Mich hat das Buch sehr betroffen und schockiert gemacht, vor allem aber auch nachdenklich gestimmt. Oft fragt man sich, wieso früher Kinder so begeistert der Hitlerjugend oder dem Bund deutscher Mädchen beigetreten sind und ich finde, dieses Buch liefert sehr gute Antworten auf solche Fragen.

John Boyne, auch der Autor von "Der Junge im gestreiften Pyjama", hat einen wundervollen Schreibstil. Er ist sehr nüchtern und kühl, aber trotz dieser Distanz fiel es mir als Leser nicht schwer eine tiefe Beziehung zu dem Protagonisten Pierrot aufzubauen. Oft wenn ich Bücher aus Sicht von Kindern lese, kommt es mir sehr gestellt vor, da die Gedankenwelt der Kinder, und ihre Art die Dinge zu betrachten, ganz anders ist als wenn ein Erwachsener oder Jugendlicher es tut. John Boyne hat aber den perfekten Ton getroffen und wusste genau wie ein Kind auf diese oder jene Situation reagieren würde.

Die Charaktere in diesem Buch sind alle sehr lebensnah und nehmen jeweils eine zentrale Stellung im Buch ein. Wir haben etwa den Chaffeur, der schnell mit Pierrot Freundschaft schließt, aber ein Geheimnis hütet, oder Pierrots Tante Beatrix die ihren kleinen Neffen schützen möchte. Katherina, ein Mädchen das dem Krieg und Nationalsozialismus sehr kritisch gegenüber steht. Und schließlich Adolf Hitler, der ebenfalls einen entscheidenden Teil des Buches ausmacht. Schlussendlich kann ich nur sagen, dass mir das Buch sehr viel Stoff zum Nachdenken gegeben und eine weitere Perspektive eröffnet hat. Auf jeden Fall sehr lesenswert!


Genauso wie "Der Junge im gestreiften Pyjama" konnte mich auch "Der Junge auf dem Berg" überzeugen. Eine keineswegs leichtverdauliche Geschichte, die aber zum Nachdenken anregt, schockiert und das Herz berührt. Ich kann das Buch nur wärmstens weiterempfehlen! 

5/5 Sterne

Kommentare:

  1. Das klingt tatsächlich nach einem wunderbaren, sehr besonderen Buch! Kommt auf meiner Wunschliste und wird hoffentlich bald von mir gelesen. :)

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    1. Es freut mich, dass ich dich neugierig machen konnte. :)

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  2. Liebe Jasi,

    eine tolle Rezension hast du geschrieben und sie gefällt mir so gut, dass ich sie unter meiner Rezension verlinken werde. Ich hoffe du freust dich nun einwenig ;-).

    Viele liebe Grüße

    Anja

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